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Eine kleine Einführung in die unterschiedlichen Möglichkeiten der Zukunftsdeutung.
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Such dir einen Ort der für dich eine Bedeutung, ein warmes Gefühl hervorruft. Richte ihn her und denk daran, dass du alles hast, was du für dieses Ritual brauchst zur Hand hast. Auch ein Feuerzeug.
Zentriere dich und verbinde dich mit Raum und Zeit. Atme langsam und fließend.
Stelle den Ahnentopf vor dich. Lege die Erde deines Geburtsortes hinein. Dann füge Erde von Orten hinzu, die mit geliebten Verstorbenen, Ahnen oder Seelenverwandten verbunden sind.
Lege Bilder, Erinnerungsstücke oder kleine Symbole hinzu.
Lege beide Hände auf den Topf.
Spüre den Boden unter deinen Füßen.
Spüre deinen Herzschlag.
Spüre deinen Atem.
Sprich langsam:
Aus Erde bin ich gekommen.
Durch Erde bin ich getragen.
In Erde ruhen jene, deren Leben mein Leben berührt hat.
Blut meiner Ahnen.
Liebe meiner Freunde.
Weisheit meiner Lehrer.
Erinnerung meiner Seelenfamilie.
Ihr alle seid Teil des Weges, der mich bis hierher geführt hat.
Atme neunmal tief ein und aus.
Mit jedem Atemzug lasse die Geräusche des Alltags weiter hinter dir zurück.
Entzünde die Kerze und sprich:
Ich trete an die Schwelle.
Die Tage werden dunkel.
Die Schleier werden dünn.
Die Tore zwischen den Welten öffnen sich.
Mögen Land, Himmel und Meer, Wald, Stein und Stern diesen heiligen Raum behüten.
Mögen alle Wesen, die in Liebe kommen, willkommen sein.
Drehe dich langsam im Kreis und nimm die Atmosphäre des Waldes wahr.
Schau in die Flamme. Entzünde die Kohle und lege etwas von der Räuchermischung auf.
Lass den Rauch der Kräuter aufsteigen und sprich:
Höre mich, Nebel der alten Zeit, du Atem, der vor den Welten war.
Aus Tiefen steigst du, silbern und still, und legst deinen Schleier über mein Herz.
Mondlicht ruht auf meinem Weg, wie die Runen, die die Nornen weben.
Die weiße Kerze trägt die Zeichen des Himmels, und ihr Schein ruft die Hüter der Nacht.
Rauch steigt auf wie Opferhauch, breitet sich aus wie die Nebel der Ginnung, und aus seinem Schweigen formt sich ein Wesen, geboren aus Atem, Erinnerung und uraltem Licht.
Es steht an meiner Seite, nicht aus Fleisch, sondern aus dem Stoff der Zwischenwelt.
Es wacht, wo Wege sich kreuzen, und wo Schatten zu Stimmen werden.
Mein Herz wird zum Stein der Wahrheit.
Mein Atem zum Lied der Ahnen.
Mein Geist zum offenen Tor.
Verweile einen Moment und stelle dir vor, wie ein lichtvoller Hüter neben dir erscheint.
Nicht als Fremder. Sondern als uralter Begleiter deiner Seele.
Lege etwas von der Räucherung nach und fächere den Rauch von den Füßen bis zum Scheitel.
Sprich dabei folgende Worte:
Heiliger Rauch, Atem der Erde, reinige meinen Körper.
Reinige meinen Geist.
Reinige mein Herz.
Was fremd ist, löse sich.
Was schwer ist, kehre zur Erde zurück.
Was wahr ist, bleibe.
Spüre, wie der Rauch dich umhüllt wie ein schützender Mantel.
Halte beide Hände über den Ahnentopf.
Sprich:
Dieser Kessel sei das Herz der Erinnerung.
In ihm vereinen sich die Wege der Lebenden und der Toten.
Hier begegnen sich Vergangenheit, Gegenwart und der kommende Morgen.
Erde ruft Erde.
Herz ruft Herz.
Seele ruft Seele.
Lege die ersten Gaben in den Topf. Sprich dabei:
Ahnen meines Blutes, Mütter und Väter, Großmütter und Großväter, bekannte und unbekannte Namen,
ich lade euch an mein Feuer.
Kommt, wenn ihr in Liebe kommt.
Kommt, wenn ihr in Weisheit kommt.
Kommt, wenn ihr in Frieden kommt.
Nehmt Platz an meinem Kreis.
Teilt diese Nacht mit mir.
Spüre in die Stille.
Welche Gefühle steigen auf?
Welche Namen?
Welche Erinnerungen?
Lege nun die Symbole deiner Freunde, Lehrer oder geliebten Menschen in den Topf.
Sprich:
Ihr Ahnen meines Herzens, ihr Freunde vergangener Zeiten, Weggefährten, Lehrer, Geliebte,
ihr Seelen, deren Licht noch immer meinen Weg berührt,
ich lade euch ein.
Nicht das Blut verbindet uns, sondern das Erkennen der Seele.
Seid willkommen an diesem Feuer.
Seid willkommen in dieser Nacht.
Bleibe still.
Lass kommen, was kommen möchte.
Stell dich gerade hin, spüre den Ort und schließe die Augen.
Stelle dem Kreis der Ahnen Fragen:
Welche Weisheit soll ich in das kommende Jahr mitnehmen?
Was darf ich loslassen?
Wo wartet Heilung?
Welche Gabe lebt in mir, die entfaltet werden möchte?
Welcher Schritt ruft mich als Nächstes?
Dann schweige. Höre. Nicht mit den Ohren. Sondern mit Herz, Haut und Seele.
Vielleicht kommt ein Bild. Ein Wort. Ein Gefühl. Eine Erinnerung. Oder tiefer Frieden.
Alles ist Antwort.
Dank an die Ahnen
Wenn die Begegnung vollständig erscheint, knie vor dem Ahnentopf.
Lege die restlichen Gaben hinein.
Sprich:
Ahnen meines Blutes.
Ahnen meiner Seele.
Freunde und Weggefährten.
Hüter zwischen den Welten.
Ich danke euch.
Für eure Liebe.
Für eure Weisheit.
Für eure Gegenwart.
Möge Frieden zwischen unseren Welten bestehen.
Geht euren Weg gesegnet,
sowie ihr auch meinen Weg segnet
Lösche die Kerze achtsam.
Sprich:
Die Tore schließen sich.
Die Schleier ruhen.
Der Nebel kehrt zu den alten Wegen zurück.
Doch die Erinnerung bleibt.
Was wandeln will, wandelt sich.
Was bleiben soll, bleibt.
Was kommen darf, trete hervor aus Nebel, Licht und der Tiefe der Zeiten.
Ich kehre zurück, mit klarem Geist, offenem Herzen und den Stimmen der Ahnen in meiner Seele.
So sei es.
Der Ahnentopf kann mit nach Hause genommen werden, um ihn zu pflegen und zu hüten. Oder man gibt die Gaben des Ahnentopfes anschließend an die Wurzeln eines alten Baumes.
Bedanken und sich auf dem Heimweg nicht umschauen.
Die Erde bleibt der Erde.
Die Erinnerung bleibt im Herzen.
Die Liebe bleibt zwischen den Welten
Bíodh grá na Síoraíochta i do chroí.
(Möge die Liebe der Ewigkeit in deinem Herzen wohnen.)
So sei es. So war es. So wird es immer sein.
Im Nebel der Alten. Im Licht der Sterne. Im Kreis ohne Anfang und ohne Ende.
Anja